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Kommende Veranstaltungen – FB 07 – Human Challenges DE

Am 25.01. wird Ara Norenzayan (Center for Human Evolutiuon, Cognition, and Culture, UBC) zum Thema "Religion and Global Cultural Variation" reden und der Frage nachgehen, inwiefern global beobachtbare Unterschiede in Wertvorstellungen und Überzeugungen weniger auf nationale (wie häufig angenommen), als vielmehr auf religiöse Einflüsse zurückgehen. Ara Norenzayan ist in der Psychologie vor allem bekannt für seine Forschungen zur Psychologie der Religion, aber auch seine Beteiligung an einer Serie von Artikeln, die der Psychologie (zu Recht) vorhielt, dass ihre Stichproben und damit ihre emioprische Basis WEIRD seien - als Akronym für Western-Educated-Industrialized-Rich-Democratic (e.g., https://scholar.harvard.edu/files/henrich/files/henrich_heine_norenzayan_2010-2.pdf;
https://www.nature.com/articles/466029a)

Mit den in Form von Fluchtafeln (defixiones) niedergeschrieben-en Verwünschungen haben Menschen in der Antike ihr Recht selbst in die Hand genommen. Sie haben mit diesen Texten Gegner in Gerichtsprozessen ebenso auszuschalten versucht wie Konkurrenten im Pferderennen. Über knapp 1000 Jahre waren solche Formen des Schadenzaubers von Ägypten bis Britannien gleichermaßen beliebt wie verbreitet.

Im Workshop „Das geritzte Wort“ werden die Fluchtafeln insbesondere in ihren materialen Zusammenhängen erschlossen. Darüber hinaus behandeln die Beiträge auch den literarischen Umgang mit Materialität in den Texten der neutestamentlichen Welt. Dabei nähern sich die Vortragenden dem Thema aus verschiedenen altertumswissenschaftlichen Perspektiven: von der Alten Geschichte über die Archäologie und Klassische Philologie bis hin zum römischen Recht und zur Theologie.

Der Workshop „Das geritzte Wort. Fluchtafeln und die Literatur der neutestamentlichen Welt. Oder: Von Texten in Dingen und Dingen in Texten“ findet vom 22. bis 24. Februar 2023 (Aschermittwoch bis Freitag) im Senatssaal in der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Mainz, Johann-Joachim-Becher-Weg 21, statt.

Das Programm finden Sie unter: https://defixiones.hypotheses.org/das-geritzte-wort-workshop-2023

Um Anmeldung wird bis zum 3. Februar 2023 gebeten: unterweltsbrief@uni-mainz.de

Der Workshop ist Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten und von Dr. Michael Hölscher geleiteten Forschungsprojekts „Entzauberte Rituale. Spuren der Fluchtafeln und ihre Funktion in der Offenbarung des Johannes“ (Projektnummer 458878862).

Die tollen Nachrichten setzen sich fort: Unter Leitung von TA 3-Sprecher Prof. Dr. Johannes Lipps, Challenges-Mitglied Dr. Kerstin P. Hoffmann und Prof. Dr. Aline Deicke (Marburg) wird das Langzeitvorhaben "disiecta membra. Steinarchitektur und Städtewesen im römischen Deutschland" in das Forschungsprogramm der Wissenschaftsakademien aufgenommen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Erfolg!

Weitere Informationen finden Sie in der entsprechenden Pressemitteilung.

Herzlichen Glückwunsch an unsere PartnerInnen vom GRK2304 "Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen. Austausch, Abgrenzung und Rezeption", die garantiert auch in ihrer zweiten Förderperiode spannende Untersuchungsergebnisse erzielen werden!

Die entsprechende Pressemitteilung finden Sie hier.

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Im Lauf seiner 2000-jährigen Stadtgeschichte war Mainz durch unterschiedliche Religionen geprägt. In der Antike wurden keltische Gottheiten, orientalische Götter und römische Herrscher angebetet, während der frühchristliche Glauben seit dem 3. Jahrhundert Fuß fasste. Im Mittelalter avancierte die Stadt zu einem der geistlichen Zentren im römisch-deutschen Reich und beherbergte zugleich eine der ältesten jüdischen Gemeinden. Selbst in der konfliktreichen Reformationszeit behauptete sich der Katholizismus, dessen ungebrochene Tradition Mainz im 19. Jahrhundert zu einer besonders vatikantreuen Hochburg machte. Spätestens während des Ersten Weltkrieges hielt mit den muslimischen Soldaten aus dem Maghreb auch der Islam Einzug in der Stadt. Die Ringvorlesung nähert sich den zahlreichen religiösen Herausforderungen durch einen Blick auf Einzelschicksale Mainzer Bürgerinnen und Bürger, die sich in Texten, Bildern und Artefakten niederschlugen und von vielseitigen Hoffnungen und Ängsten berichten. In einer abschließenden Podiumsdiskussion sprechen christliche, islamische und jüdische Vertreter über die religiöse Vielfalt der Stadt im 21. Jahrhundert.

Die interdisziplinäre Ringvorlesung findet vom 2. November 2022 bis 15. Februar 2023 wöchentlich mittwochs ab 18.15 Uhr statt (mit einer Weihnachtspause zum Jahreswechsel) und wird in Kooperation mit dem Erbacher Hof – Akademie & Tagungszentrum des Bistums Mainz sowie mit dem Profilbereich „40.000 Years of Human Challenges“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz durchgeführt. Bitte beachten Sie, dass die Ringvorlesung überwiegend im Haus am Dom (Liebfrauenplatz 8, 55116 Mainz) stattfindet, dass wir aber für drei Termine vom 9. bis 23. November 2022 auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu Gast sind (Hörsaal P10 im Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18, 55128 Mainz). Die letzte Sitzung am 15. Februar 2023 findet im Erbacher Hof statt (St. Hildegard-Saal, Grebenstraße 24, 55116 Mainz).

Zum Programm

Die vom Zentrum für Alte Sprachen und Schriften (ZASS) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Altertumswissenschaften (IAW) und dem Profilbereich ''40,000 Years of Human Challenges" an der JGUMainz im Wintersemester 2022/23 organisierte Ringvorlesung (Donnerstag, 18 Uhr c.t., Hörsaal P3 im Philosophicum und digital via Teams) stellt die Frage nach den Potentialen von Schrift und Schriftlichkeit in frühen Gesellschaften in einem breiten Überblick von Ägypten und Mesopotamien über Griechenland und Rom bis zu Byzanz und darüber hinaus. Die einzelnen Vorträge fokussieren in unterschiedlichen Konstellationen auf die Entstehung und Entwicklung von Schriftsystemen, die Interaktionen verschiedener Medien sowie die Funktionen und gesellschaftlichen Praktiken von Schrift und (Auf-)Schreiben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den modernen Methoden der Dokumentation und Erforschung.

 

Informationen zu den Vorträgen finden Sie hier.

Kontakt: zass@uni-mainz.de