40.000 Years of Human Challenges: Perception, Conceptualization and Coping in Premodern Societies

40.000 Years of Human Challenges: Perception, Conceptualization and Coping in Premodern Societies

Herausforderungen können Ausgangspunkte von Entwicklung und Veränderung, Stagnation und Fortschritt wie auch von Erfolg und Misserfolg sein/bilden/darstellen. Spätestens seit dem Erscheinen des anatomisch modernen Menschen im westlichen Eurasien vor ca. 40.000 Jahren haben sowohl Einzelpersonen als auch Gemeinschaften Praktiken entwickelt, um unterschiedlichste Formen von Herausforderungen zu bewältigen, Herausforderungen denen wir auch heute noch begegnen.  Für ein besseres/tieferes Verständnis gegenwärtiger wie auch zukünftiger Herausforderungen und möglicher Lösungesansätze bietet die diachrone und interkulturelle Untersuchung kurz- und langfristiger Entwicklungen über den genannten Zeitraum vielversprechende, bislang in der Diskussion unberücksichtigte Daten. Nur eine solche Langzeitperspektive ermöglicht es, Handlungsmuster, Kontinuität und Wandel, sowie Schlüsselfaktoren bei der Wahrnehmung, Konzeptualisierung und Bewältigung von Herausforderungen zu erkennen. Aus diesem Grund widmet sich der interdisziplinäre Profilbereich folgenden zentralen Forschungsfragen:

  • Wie nehmen Menschen Herausforderungen wahr?
  • Wie beschreiben und konzeptualisieren sie diese Herausforderungen?
  • Welche Strategien und Praktiken werden zur Bewältigung der Herausforderungen entwickelt?

Im Profilbereich werden die Wahrnehmung (perception), Konzeptualisierung (conceptualisation) und Bewältigung (coping) als wesentliche, unterschiedliche, und doch miteinander verbundene Prozesse im Umgang von Individuen und Kollektiven mit Herausforderungen mit einem praxeologischen Ansatz untersucht. Dieser dient dazu kohärente Untersuchungseinheiten zu bilden, in denen historische, archäologische und textanalytische Methoden und Ansätze fruchtbar kombiniert und erforscht werden.

Praktiken als Forschungsgegenstand erlauben es uns dabei, die heterogenen empirischen Grundlagen der Disziplinen,  welche die menschliche Vergangenheit untersuchen und die über sehr unterschiedliche materielle Überreste, Textquellen und Umweltaufzeichnungen verfügen, methodisch zu vereinen, ohne die inhärente Komplexität der einzelnen Disziplinen aus den Augen zu verlieren. Dadurch sind wir in der Lage, Praktiken der Wahrnehmung, Konzeptualisierung und Bewältigung auf innovative Weise zu untersuchen und einen substanziellen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Wahrnehmung und Bewältigung von Herausforderungen zu leisten.