Willkommen bei „40,000 Years of Human Challenges: Perception, Conceptualization and Coping in Premodern Societies“ – Einem interdisziplinären Profilbereich zu Menschheitsfragen im Wandel der Zeit
Herausforderungen können Ausgangspunkte von Entwicklung und Veränderung, Stagnation und Fortschritt wie auch von Erfolg und Misserfolg sein. Spätestens seit dem Erscheinen des modernen Menschen im westlichen Eurasien vor ca. 40.000 Jahren haben sowohl Einzelpersonen als auch Gemeinschaften Praktiken entwickelt, um unterschiedlichste Formen von Herausforderungen zu bewältigen. Für ein tieferes Verständnis gegenwärtiger wie auch zukünftiger Herausforderungen und möglicher Lösungsansätze bietet die diachrone und interkulturelle Untersuchung kurz- und langfristiger Entwicklungen aufschlussreiche Daten. Nur eine solche Langzeitperspektive ermöglicht es, Handlungsmuster, Kontinuität und Wandel sowie Schlüsselfaktoren bei der Wahrnehmung, Konzeptualisierung und Bewältigung von Herausforderungen zu erkennen. Aus diesem Grund widmet sich der interdisziplinäre Profilbereich drei zentralen Forschungsfragen:
Wie nehmen Menschen Herausforderungen wahr?
Wie beschreiben und konzeptualisieren sie diese Herausforderungen?
Welche Strategien und Praktiken werden zur Bewältigung der Herausforderungen entwickelt?
Im Profilbereich werden die Wahrnehmung (perception), Konzeptualisierung (conceptualisation) und Bewältigung (coping) als wesentliche, unterschiedliche, und doch miteinander verbundene Prozesse im Umgang von Individuen und Kollektiven mit Herausforderungen mit einem praxeologischen Ansatz untersucht. Dieser dient dazu kohärente Untersuchungseinheiten zu bilden, in denen historische, archäologische und textanalytische Methoden und Ansätze fruchtbar kombiniert und erforscht werden.
Profilbereiche der Johannes Gutenberg-Universität bündeln international anerkannte Spitzenforschung. Sie vereinen etablierte Arbeitsgruppen, die über Jahre hinweg herausragende wissenschaftliche Leistungen erbracht haben und damit wesentlich zur Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit der JGU beitragen.
Im Rahmen der Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz, gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit des Landes, werden aktuell sechs Profilbereiche unterstützt. Die Auswahl erfolgte in einem hochkompetitiven internen Verfahren unter Federführung des Gutenberg Forschungskollegs (GFK), der zentralen Einrichtung zur Förderung der Spitzenforschung an der JGU.
Ziel der Profilbereiche ist es, gemeinsam große Verbundprojekte wie Sonderforschungsbereiche, Forschungsgruppen oder Graduiertenkollegs einzuwerben und die internationale Sichtbarkeit exzellenter Forschung weiter auszubauen.
| Name | Promotionsvorhaben | Arbeitsbereich | TA |
| Matthias Heinemann M.A. | Lebenshilfe im antiken Rom. Individuelle Strategien zum Umgang mit urbanen Herausforderungen im Spiegel der spätrepublikanischen und frühkaiserzeitlichen Literatur | Klassische Philologie | 3 |
| Alexandra Hilgner M.A. | Garnet in Early Medieval England. The meaning, provenance and distribution of garnet decorated objects from the late 5th to the early 8th century. | Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie | 2 |
| Sibel Kayan M.A. | Konzepte und Praktiken des idealen Sterbens in Byzanz von 800-1204 | Byzantinistik | 1 |
| Maral Schumann M.A. | Der Umgang mit dem toten Körper: Bestattungsformen und Todeszeremonien im vorislamischen Persien | Vorderasiatische Archäologie | 1 |
| Danai Theodoraki M.A. | SEAFRONT | LEIZA | 2 |
| Name | Habilitationsvorhaben | Arbeitsbereich | TA |
| Dr. Niklas Hausmann | SEAFRONT | LEIZA | 2 |
| Dr. Bianka Nessel | FRINGES – Forschungen am Rande intrakultureller Grenz-, Einfluss- und Siedlungsgebiete | Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie | 3 |
| Dr. Stefan Schreiber | Das gemeinsame Werden von Menschen und Dingen. Archäologische Überlegungen zu materiellen Biopolitiken | LEIZA | 1 |
| Dr. Anne Sieverling | Versorgungsnetzwerke römerzeitlicher Städte | Klassische Archäologie | 3 |
| Dr. Roland Zingg | Permanent in Frage gestellte Herrschaft und ihre Darstellung im Liber historiae Francorum | Historisches Seminar | 4 |
In Bearbeitung.
Wie sind menschliche Individuen und Gemeinschaften in der Vergangenheit mit unterschiedlichen Herausforderungen umgegangen? Antworten auf diese Frage sucht der Profilbereich nicht nur aus altertumswissenschaftlichen Erkenntnisinteressen heraus, sondern insbesondere mit Blick auf aktuelle Entwicklungen, etwa zu Migration und sozialem Wandel.
Ein Kernanliegen des Profilbereichs ist es daher, die individuellen wie kollektiven Forschungsinhalte auch über disziplinäre und universitäre Grenzen hinaus greifbar zu machen und eine breite Diskussion zu eröffnen.
- Manpreet Blessin M.Sc.
- Clara Brügner M.Ed.
- Nataliia Chub M.A.
- Luise Erfurth M.A.
- Dr. Yael Ecker
- Dr. Tobias Helms
- PD Dr. Michael Hölscher
- Prof. Dr. Roland Imhoff
- Livija Ivanovaité M.A
- Elwira Janus M.A.
- Dr. Simone Kahlow
- Prof. Dr. Fleur Kemmers
- Dr. Kerstin Kowarik
- Prof. Dr. Claudia Lauer
- Sophie Lehmann M.Sc.
- Sina Lehnig M.A.
- Prof. Dr. Klaus Lieb
- Dr. Merav Mack
- Dr. Carin Molenaar
- Verena Niebel M.A.
- Mag. Theol. Patrick Papenbrock
- Prof. Dr. Christopher Pare
- Prof. Dr. Claudia Peter
- Prof. Dr. Tanja Pommerening
- Dr. Louise Rohkohl
- Prof. Dr. Aaron Schmitt
- Dr. Ulrike Steinert
- Prof. Dr. Rolf van Dick
- Prof. Dr. Vasiliki Tsamakda
- Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen
- Prof. Dr. Annette Warner
- Miriam Zeug B.A.
Ehemalige Beiratsmitglieder
Der an der JGU Mainz angesiedelte Profilbereich „Challenges“ wird von verschiedenen Partnern in Rheinland-Pfalz und dem Rhein-Main-Gebiet getragen und unterhält darüber hinaus eine Reihe an multi- und bilateralen Kooperationen mit diversen regionalen, nationalen und internationalen Einrichtungen. Eine besonders enge Verzahnung besteht mit dem Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) und seinen verschiedenen Standorten u.a. in Mainz und Schloss Monrepos/Neuwied sowie dem Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) in Mainz. Zentrale Bausteine sind ferner der 2016 gegründete „Verbund Archäologie Rhein-Main“ (VARM) und das 2020 ins Leben gerufene „Zentrum für Alte Sprachen und Schriften“ (ZASS), in deren Rahmen eine intensive Zusammenarbeit von JGU, GU Frankfurt, TU Darmstadt, der Hochschule Mainz, der Römisch Germanischen Kommission (RGK) des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt und den Landesdenkmalämtern und Museen der Region erfolgt. Daneben ist der Profilbereich „Challenges“ durch seine diversen Forschungsprojekte mit zahlreichen Forscherinnen und Forschern rund um die Welt in ständigem Austausch.
Der Profilbereich Challenges wird gefördert aus den Mitteln der Forschungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz.