Simone Kahlow


Dr. Simone Kahlow ist Medizinarchäologin. Seit dem Studium der Ur- und Frühgeschichte, Klassischen Archäologie und Anthropologie an der Freien Universität und der Humboldt-Universität zu Berlin beschäftigt sie sich mit der Wahrnehmung und Bewältigung von Krankheit und Tod in historischen Zeiten (Schwerpunkt Hohes Mittelalter bis 19. Jahrhundert). Mit ihrer Promotion zur „Archäologie des Hospitals“ innerhalb des Verbundprojekts „Homo debilis“ am Institut für Geschichtswissenschaften der Universität Bremen hat sie die Weichen für viele ihrer zukünftige Forschungsfragen gestellt. Zurzeit liegt der Fokus ihrer Untersuchungen auf der Anwesenheit von Tieren in historischen Fürsorgeeinrichtungen. Zudem beschäftigt sie sich mit der Verbreitung von Zahnprothesen im Kautschukzeitalter: Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Provenienz der Rohstoffe, des Gebrauchs der Prothesen sowie dem Umgang mit diesen nach dem Tod der Eigentümer*innen.

In ihrem Projekt zur Agency von Hunden und Katzen im Umfeld von Fürsorge und Krankheit untersucht Simone Kahlow die Wirkungsmacht von Tieren in medizinischen Einrichtungen unter Einbindung interdisziplinärer Theorien und Methoden aus Verhaltensforschung, Psychologie, Medizin, Medizingeschichte, Geschichte und Kunstgeschichte. Im Fokus steht der medizinische und emotionale Nutzen der Tiere für Hospitalinsassen. Das Lesen transdisziplinärer Quellengattungen gegen den Strich verspricht einen neuartigen Ansatz für archäologische Disziplinen im aktuellen Diskurs von Disability Studies, Medizingeschichte, Human-Animal Studies, Emotionsgeschichte und Geschichte der Resilienzforschung.

Die Forschungsvorhaben ist Teil der Thematischen Areas 1: Umsorgtes Leben.